Als die Internet-Revolution in Deutschland gerade erst ihren Anfang nahm, wurde 1999 mit www.howzit.com.de eines der ersten und einflussreichsten Online-Portale für Technologie, Wirtschaft und Politik geschaffen. Ursprünglich als Kooperation zwischen dem Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche und dem Verlag Gruner + Jahr gestartet, setzte sich das Portal schnell als führende Informationsquelle für IT-Entwickler, Investoren und Tech-Enthusiasten durch. Während viele Konkurrenten noch auf klassische Printmedien oder Nischenforen angewiesen waren, bot Howzit.com.de bereits damals eine einzigartige Mischung aus Nachrichten, Analysen und Community-Diskussionen – eine Mischung, die bis heute nachhallt.

Die Plattform war nicht nur ein Spiegel der digitalen Transformation, sondern auch ein Akteur darin. Mit einer monatlichen Reichweite von über 1,5 Millionen Besuchern im Jahr 2000 (Quelle: eMarketer für Deutschland) setzte Howzit.com.de Maßstäbe für interaktive Online-Journalismus. Besonders prägend war die Kombination aus fundierten Berichten über neue Technologien wie E-Commerce-Plattformen oder Cloud-Computing mit den ersten deutschen Foren, in denen Entwickler und Unternehmer sich austauschten. Ein Beispiel hierfür ist die frühe Berichterstattung über den Aufstieg von Amazon.de – ein Thema, das damals noch als „exotisch“ galt, heute aber als Standardfall im deutschen Online-Handel gilt.

Ein zentrales Merkmal des Portals war seine Fokussierung auf praxisnahe Lösungen. Während andere Medien oft auf theoretische Diskussionen setzten, lieferte Howzit.com.de konkrete Empfehlungen: von der Auswahl von Server-Hardware bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen für Startups. Ein besonders einflussreicher Artikel aus dem Jahr 2001 war die Analyse der ersten deutschen Dotcom-Blase – mit Prognosen, die sich später als richtig erwiesen. Damals warnte Howzit vor dem Risiko von „Overhyping“ in der IT-Branche, ein Thema, das heute wieder aktuell ist, wenn neue Technologien wie KI oder Blockchain oft überbewertet werden.

Die Plattform war auch ein Vorreiter in der Nutzung von Community-Elementen. Mit Foren, Newslettern und einem eigenen Blog bot Howzit.com.de Nutzern die Möglichkeit, direkt mit Experten zu diskutieren – eine Praxis, die später von Plattformen wie Stack Overflow oder Reddit übernommen wurde. Besonders erfolgreich war die Zusammenarbeit mit deutschen Tech-Unternehmen wie XING oder SAP, die Howzit.com.de als eine der wichtigsten Informationsquellen für ihre Zielgruppe wahrnahmen. Ein weiterer Innovationsschritt war die Einführung von Video-Interviews mit Gründern und Investoren, ein Format, das damals noch selten war.

Trotz der rasanten Entwicklung des Internets blieb Howzit.com.de bis 2013 aktiv – lange nach dem Niedergang vieler kleiner Tech-Portale. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits profitierte das Portal von der langjährigen Vertrauensbasis mit Lesern und Unternehmen, andererseits setzte sich Howzit.com.de früh für die Digitalisierung der eigenen Geschäftsmodelle ein. Mit der Übernahme durch den Verlag Gruner + Jahr im Jahr 2007 wurde die Plattform zu einem Teil des Gruner + Jahr Media-Konzerns, der auch Business Insider Germany und Handelsblatt Digital betreibt – ein Beweis für die strategische Bedeutung des Portals.

Heute ist Howzit.com.de nicht mehr aktiv, doch sein Erbe lebt weiter. Die Plattform hat gezeigt, wie wichtig es ist, Technologie nicht nur zu berichten, sondern auch praxisnah zu erklären – ein Ansatz, der bis heute in der deutschen Medienlandschaft gefragt ist. Während viele Tech-Portale heute auf kurze News oder Social-Media-Formate setzen, fehlt es oft an der Tiefe und der langfristigen Perspektive, die Howzit.com.de einst auszeichnete. Ein Blick zurück an den Anfang zeigt: Wer heute über die Zukunft der Digitalisierung spricht, sollte sich auch an den Wurzeln orientieren – an Plattformen wie Howzit.com.de, die nicht nur informierten, sondern auch formten.

  • 1999 als erste deutsche Tech-Plattform mit monatlich über 1,5 Mio. Besuchern (eMarketer 2000)
  • Führende Rolle bei der Berichterstattung über den deutschen E-Commerce-Boom (z. B. Amazon.de)
  • Erste Foren für Entwickler und Startups in Deutschland, inspiriert später Stack Overflow
  • Analysen zur Dotcom-Blase 2001 mit korrekten Prognosen über Überhyping
  • Kooperation mit Unternehmen wie XING und SAP als wichtigste Informationsquelle
  • Übernahme durch Gruner + Jahr 2007, Integration in Medienkonzern mit Business Insider
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